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25. Juli 2011:

Trocken- oder Nassestrich?

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In dieser Ausgabe Fertighaus und Holzbau – Blogs möchten wir Sie über die Vor– und Nachteile der beiden - am häufigsten verwendeten - Fußbodenaufbauten informieren.

Der sogenannte „Nassestrich“ -

samt dazugehörigem Aufbau – beträgt bei unseren Projekten meist zwischen 15 – 20 cm Aufbauhöhe.

Der Aufbau setzt sich wie folgt zusammen:

  • Schüttung; um die Unebenheiten auszugleichen und die Verkabelung wie Elektro- und Sanitärverrohrung zu überdecken
  • Dämmung und/oder Trittschalldämmung mit einer Stärke von 20 – 50 mm
  • PAE – Folie als Trennschicht
  • 5 – 7 cm Estrich

Dieser Aufbau hat sich sehr gut bei der Verwendung einer Fußbodenheizung bewährt.

Hier ist darauf zu achten, dass der Estrich eine zusätzliche Faserbewehrung erhält, um Rissbildungen vorzubeugen.

Die Vorteile des Nassestrichs in Ihrem Haus sind:

  • einfache Verlegung bei der Verwendung von Fußbodenheizungen
  • sehr gute Tritt- und Körperschallwerte
  • gutes Preis- und Leistungsverhältnis

Die Nachteile des Nassestrichs sind:

  • Der Aufbau hat ein sehr hohes Gewicht, dies kann sich auf die Statik der Beton-, Hohldielen- oder Holzbalkendecke auswirken.
  • Die Trocknungszeit beträgt beim Einbau einer Fußbodenheizung ungefähr 5 – 7 Wochen.

Der sogenannte „Trockenestrich“ -

oder auch Blindbodenaufbau genannt - ist eine häufig gewählte Fußbodenaufbau-Variante für den Einsatzbereich, wenn:

  • eine vorhandene Decke nur geringfügig belastbar ist; der Blindbodenaufbau weist ein nur sehr geringes Gewicht auf!
  • eine sehr geringe Aufbauhöhe zur Verfügung steht.
  • der Bauzeitplan die Austrocknungszeit eines Nassestrichs nicht vorsieht.
  • der Tritt- und Köperschall kein Thema ist und z.B. durch die Decke ausreichend gegeben ist.

Der Aufbau eines Blindbodens wird im Standard wie folgt durchgeführt:

  • Staffelholz in Fichte/Kiefer/Lärche sägerau, trocken!; Dimensionen von 50/80 mm bis 100/100 mm sind üblich
  • Dämmung zwischen den Staffeln
  • Streuschalung, Vollschalung oder Plattenwerkstoff als Unterkonstruktion für den Endbelag

Die Nachteile des Blindbodenaufbaus sind:

  • schlechte Tritt- und Körperschallwerte
  • Bei Nassräumen ist besonders auf die Abdichtung zu achten
  • Fußbodenheizung im Standard nicht möglich

Wie sich zeigt, haben beide Varianten Ihre Vor- und Nachteile. Es ist daher bei jedem Projekt im Vorfeld zu prüfen, welcher Gesamtaufbau besser geeignet ist.

Bei Fragen zu diesem Thema steht Ihnen das Pichler Haus- und Holzbau-Team natürlich mit Rat und Tat zur Verfügung! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

 

6. Juli 2011:

Dampfbremse / Dampfsperre

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In diesem Blog möchten wir Sie über den Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse informieren.

Dampfbremse

Dampfbremse

Grundsätzlich weist die Dampfbremse, welche üblicherweise erhältlich ist, einen sd-Wert von ca. 1,00 -200 m auf.

Dampfsperre

Dampfsperre

Die Dampfsperre beginnt ab einem sd-Wert von über 1500m.

Der sd-Wert ist die Kennzahl der jeweiligen Dampfbremse bzw. Dampfsperre und sagt aus welcher definierter Feuchtetransport stattfindet.

Einen definierten Feuchtetransport gibt es nur bei der Dampfbremse. Die Dampfsperre lässt bei korrekter Verlegung keinen Feuchtetransport zu.

Daher spricht man umgangssprachlich – bei der Verwendung von Dampfbremsen – von diffusionsoffener Bauweise.

Vor dem Einsatz einer Dampfbremse oder Dampfsperre ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass der gesamte Bauteil, z. B. die Dachschräge, bauphysikalisch geprüft und abgestimmt wird.

Es nützt die beste Dampfbremse/sperre nicht, wenn der Bauteilaufbau nicht geeignet ist.

Bei der Dachschräge, bzw. beim Ausbau des Dachgeschoßes ist es wichtig den gesamten Aufbau samt Kaltdach zu prüfen und die Dampfbremse auf die Erfordernisse abzustimmen. Vor allem ist hier auf die verwendete Vordeckbahn oder Unterdachbahn zu achten.

Als Faustregel gilt:

Der sd-Wert der Dampfbremse soll min. 10 x so hoch sein wie der sd-Wert der verwendeten Unterdachbahn bzw. Vordeckbahn in Ihrem Fertighaus.

Ein Beispiel:

Der Zimmermann hat bei der Montage des Dachstuhles eine Vordeckbahn mit einem sd-Wert von 0,6 m verwendet.

Das bedeutet, die Dampfbremse sollte einen Mindest sd-Wert von 6 m aufweisen, sodass der Bauteil mit dem Feuchtetransport umgehen kann.

Bei Nichteinhaltung der bauphysikalischen Grundregeln kann es zu überhöhter Feuchtigkeit der Dämmung kommen und in weiterer Folge zur Schimmelbildung in der Dämmebene.

Wichtig bei der Verlegung der Dampfbremse und auch bei der Dampfsperre ist die luftdichte Verklebung in der Fläche, als auch bei den Anschlüssen wie Kniestock und Giebelwand. Hier gibt es von den Herstellern meist genaue Verlegeanleitungen mit den empfohlenen Produkten, die Sie auf alle Fälle verwenden sollten.

Auch bei schlecht ausgeführten Anschlüssen sowie Leckagen in der Fläche kann es zu überhöhter Feuchtigkeit in der Dämmung kommen und somit, im schlimmsten Falle, zur Schimmelbildung.

Zusammenfassend möchte ich nochmals festhalten, dass die Wahl der Dampfbremse oder Dampfsperre wesentlich dazu beiträgt ob Ihr Projekt hinsichtlich der Bauphysik gut ausgeführt ist und Ihnen auch über Jahrzehnte Freude bereitet.

Bei Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen natürlich gerne mit Rat und Tat zur Seite.